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  Als "haiku" bezeichnet man eine ursprünglich aus Japan stammende Kurzlyrik. Basis dafür ist eine einfache Regel:
  Die 1. Zeile besteht aus fünf, die 2. aus sieben und die Letzte wieder aus fünf Silben.
  In seiner klassischen Form beschreibt ein Haiku einen Moment in der Natur oder Jahreszeit.

  Moderne Haikus beschäftigen sich mittlerweile aber mit einer großen Themen-Bandbreite, wenngleich das Ziel im-
  mer noch das gleiche geblieben ist: In einer durch die Silbenregel kompakt konzipierten Sprache beim Leser Bilder,
  Gedanken und Stimmungen anzuregen.

  Die Konzentration auf das Wesentliche, stimmige Wortmalerei und die freie Themenwahl sind die Antriebe bei der
  Erarbeitung meiner Haikus.

N
ebel steigen auf.
  Sonnenlicht stiehlt Morgenfrost. 
  Frühes Erwachen.



     

Rascher Puls am Weg.
  Im Rhythmus der Bewegung.
  Luftige Freiheit.
 




  Haut sanft berühren.
  Leidenschaftliche Umarmung.
  Glücklicher Morgen.





Ein Kinderlachen.
  Unbeschwertes Erleben.
  Zukunft ohne Angst.







Hirn ohne Zukunft.
  Ein langsames Entschwinden.
  Der Leib noch im Heute.





Liebe und Seele.
  Kritik der reinen Vernunft.
  Mut zur Synthese.





Ihr Atem heut' Nacht.
  In meinem Traum noch viel mehr.
  Nein, nein, nicht nur Sex.





Nur gerade jetzt.
  Ewigkeiten sind sinnlos.
  Schon wieder vorbei.





Dröhnen am Himmel.
  Auch Schlauchwolken in der Luft.
  Reise ins Wohin?


F
lucht übers Meer.
  Nächtliches Bangen im Boot.
  Aus alle Hoffnung.





Armut und Reichtum.
  Soziale Gerechtigkeit.
  Dauernder Prozess.





Blaubraune Stimmen.
  Skandale, Unmut und Angst.
  Macht ohne Moral.





Kirche am Abgrund.
  Weit weg vom wahren Ursprung.
  Nur halber Himmel.






Altes Europa.
  Hader statt Einigkeit.
  Vision braucht Seele.





Nur kleine Gesten.
  Kein Wille zur Reform.
  Armes Österreich.





Keime in der Erde.
  Eine leichtgläubige Saat.
  Wer leitet den Trieb?





Eva und der Apfel .
  Das Paradies auf Erden.
  Lohn der Sophia.





Immer hinterher.
  Immer überall dabei.
  Immer und doch nicht.

Haiku
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R
egen wie Watte.
  Ein sanft verhüllendes Kleid.
  Darunter Leben.





Verbogener Keim.
  Sonnengenährtes Wachstum
  Reifendes Vergehen.





Ferner Vogelflug
  Vor azurblauem Hintergrund.
  Leichtigkeit des Seins.





Sonnenstrahlengleich.
  Ein fein gesponnenes Netz.
  Naturwerk aus Licht.






Grasgrün und saftig.
  Dazwischen Farbe am Halm.
  Duftendes Schwanken.





Die eine Parkbank.
  Oft besucht und genossen.
  Echt selbstlos und grün.





Gesumm und Gebrumm.
  Getaste, Gefliege, Gekreuch.
  Bienen, Käfer und …






Lustvolles Wandern
  Das Hirn durchlüften am Weg.
  Lebenstankstelle.





Ein Plätscherndes Nass.
  Und Wachsende Zuwendung.
  Von beiden Seiten


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19  - 27                                                                    

I
n die Welt gestürzt.
  Ohne Schirm und ohne Netz.
  Hoffnung im Herzen.





Die Sicht von oben.
  Nur keine Lebensdetails.
  Herzlose Übersicht.





Leben in Schwebe.
  Alle Möglichkeit offen.
  Wohin nun wenden?





Scherzen und lachen.
  Perlender Humor und Witz.
  Goldene Stunden.





Verzeihen ist in.
  Auch Toleranz und Respekt
  Verständnis üben.





Augen geöffnet.
  In Schwarz und Weiß eingetaucht.
  Dem Licht entgegen.



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